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Rumänien aktuell: News und Infos

Kein Anlass zum Müllnotstand

Rumänien aktuelle Nachrichten - So, 02/17/2019 - 23:59
Reschitza – Angesichts der sich mehrenden Forderungen seitens der Bürgermeister des Banater Berglands, den Müllnotstand auszurufen, zeigte sich Präfekt Matei Lupu unbeeindruckt: „Die Situation des Müllstaus ist im Landkreis eine allgemeine. Und sie besteht doch schon seit sieben, acht Jahren, nicht erst seit heute. Sie bestand auch schon, als mit dem Bau der ökologischen Müllgrube begonnen wurde. Mit tut´s leid, dass das Projekt noch nicht fertiggestellt wurde. Hoffen wir, dass es früher oder später doch noch in Betrieb gehen wird. Dann werden solcherlei Diskussionen auch beendet werden.“

Zum Wochenbeginn wurde die Präfektur Karasch-Severin von den Präfekten der Nachbarkreise Mehedin]i und Hunedoara besucht. Lupu: „Wir haben auch über die Müllfrage gesprochen, zumal ein Teil der Abfälle aus Karasch-Severin zu einer noch in Betrieb befindlichen Deponie alten Typs nach Hunedoara transportiert wird. Ich hoffe, meine Kollegen lassen mich nicht auf dem Müll des Banater Berglands sitzen und dass die Kommunen des Berglands nicht zugemüllt werden.”

Bis zur Stunde gäbe es aus den Nachbarkreisen, aber auch aus Großwardein, wohin der größte Teil des Haushaltsmülls des Banater Berglands gegenwärtig transportiert wird, keinerlei Signale, dass damit schlussgemacht werden müsste, versicherte Präfekt Lupu. „Und hoffen wir auch, dass es in absehbarer Zeit nicht dazu kommen wird. Käme es dazu, wäre das in der Tat eine Katastrophe für´s Banater Bergland, etwas sehr Schlechtes. Für jede einzelne Ortschaft, und sei sie noch so klein: wenn eine Kommune nicht mehr weiß, wohin mit dem Müll, den sie produziert, dann hat sie wirklich ein Problem!”

Präfekt Matei Lupu zeigte sich in seiner Stellungnahme zum akuten Müllproblem des Banater Berglands wie alle seine Vorgänger: machtlos und auch kaum gewillt, das Minimale zu unternehmen, das er von Amts wegen tun könnte: die Verantwortlichen mahnen, die Regierungsstellen – die er im Landkreis vertritt – zu aktivieren.

Museumsvortrag im Teutsch-Haus

Rumänien aktuelle Nachrichten - So, 02/17/2019 - 23:12

Hermannstadt – „Verborgene Heilige. Ihre Spuren im Erbe der Evangelischen Kirche“ lautet der Titel des Vortrags von Heidrun König, zu dem das Landeskirchliche Museum für Montag, den 4. März 2019, um 18 Uhr in den Terrassensaal des Hermannstädter Teutsch-Hauses einlädt.
„Das Museum bietet den Freunden des Museums alljährlich einen Vortrag zu ikonographischen Themen, die auch kulturhistorisch sehr aufschlussreich sein können und darin den Kunstgenuss wesentlich fördern“, erklärte Heidrun König, die den Vortrag halten wird.
„Der diesjährige Museums-Vortrag widmet sich jenen Heiligengestalten, die nach der Reformation in der evangelischen Kirche ihr stilles Dasein weiterführen. Diese als Thema aufzugreifen, wurde durch das Reformations-Jubiläum angeregt. Der weitere Gebrauch vorreformatorischer Ausstattung sowie Materialstiftungen, die den stillen Beistand der Heiligen als gegeben voraussetzten, veranschaulichen die Anhänglichkeit des Kirchenvolks gegenüber einer Auswahl von Heiligen, die nach wie vor Lichtgestalten im Alltag darstellten und als Vorbilder gottergebener, idealer Lebensführung dienten.“
Weiter erklärt die Museumsleiterin, dass neben Darstellung und Umgang mit diesen Heiligengestalten auch ihre theologische Botschaft und die kulturelle Verbindlichkeit ihres Heiligenprofils zur Sprache kommen sollen. „Die Inhalte sollen neben den materiellen auch diese personalisierten geistlichen Werte der Evangelischen Kirche A.B. ins Bewusstsein rufen und zugleich über eigene geistliche Maßstäbe und Vorbilder zum Nachdenken und zum Dialog anregen.“
Gäste dieser Veranstaltung erhalten die MuseumsCard, die den freien Besuch des Museums für das angebrochene Jahr ermöglicht.

Lebenslänglich für Mord an Familie

Rumänien aktuelle Nachrichten - So, 02/17/2019 - 23:11

Kronstadt - Das Kronstädter Gericht für Minderjährige und Familie hat am Donnerstag einen 45-jährigen Mann zur Höchststrafe verurteilt, nachdem er im Frühjahr 2018 seine ganze Familie ausgelöscht hat. Es handelt sich um das erste lebenslängliche Urteil, dass vom Kronstädter Gericht ausgesprochen wurde. In der Nacht vom 26. zum 27. März 2018 hatte Florin Mircea Buliga seine Frau und die beiden Kinder (18 und 13 Jahre) im Schlaf erstochen. Außerdem muss der Mann 200.000 Euro Schmerzensgeld an die Familie seiner Frau zahlen.

Statt Straßentheater ein Festival der Jungregisseure

Rumänien aktuelle Nachrichten - So, 02/17/2019 - 00:12
Florin Gabriel Ionescu, seit einem guten Jahr als Intendant des Reschitzaer „Theaters des Westens” im Amt, kündigte dieser Tage im Rahmen einer Pressekonferenz an, dass es diesmal im Februar kein Festival unter dem Namen „Die Bühne wie eine Straße“ mehr geben wird (bislang hat dieses zehntägige Thaterfestival mit internationaler Beteiligung viermal stattgefunden), dass dafür aber im Juni in Reschitza ein „Festival der Jungregisseure“ mit internationaler Beteiligung aus der Taufe gehoben wird. Neben einem Preis, der dem Durchschnittshonorar für eine Regieleistung in Rumänien entspräche (5000 Euro), wird der von einer Jury bestimmte herausragende Jungregisseur jedes Festivals in der darauf folgenden Spielzeit am Reschitzaer Theater eine Inszenierung realisieren. Der Preis trägt den Namen eines verstorbenen Regisseurs, „Aureliu Manea“, und wird zur Hälfte von der Schwester Aurel Maneas, zur anderen vom veranstaltenden Theater („oder einem Sponsor“) getragen, gab Ionescu bekannt.

„Das Festival gibt Regisseurinnen und Regisseuren, die das 40. Lebensjahr noch nicht erreicht haben, die Chance für einen großen Auftritt”, sagte Gabriel Ionescu. „Die Auswahl trifft der Bukarester Lyriker, Kunstkritiker und Verleger Ion Cocora, der aus Reschitza, also aus dem Banater Bergland stammt. Wir haben uns als Austragungsmonat für den Juni entschieden, damit das Festival vor jenem von Hermannstadt stattfindet und eventuell mit dortigen Auftritten der teilnehmenden Ensembles verbunden werden kann. Alle Stücke, die aufgeführt werden, wurden 2018 inszeniert. UNITER, der Theaterverband, unterstützt uns aktiv in der Festivalidee und in der Auswahl der Stücke sowie finanziell. In unserer engeren Auswahl haben wir 14 Aufführungen von Inlandstheatern, sowie je eines aus Ungarn und aus Deutschland.”

In der engeren Auswahl sind je zwei Stücke des Bukarester Odeon-Theaters, des Hermannstädter Radu Stanca-Theaters, des Nationaltheaters „Lucian Blaga“ in Klausenburg, je eine Inszenierung des Arader „Klassischen Theaters Ioan Slavici“, des Bukarester Bulandra-Theaters, des Nationaltheaters Jassy, des Nationaltheaters von Neumarkt am Mieresch/Târgu Mureș, des Großwardeiner „Regina Maria”-Theaters. Natürlich auch ein Stück des veranstaltenden „Theaters des Westens“ (TdV). Zuletzt werde man wohl, auch aus Kostengründen, bei acht einheimischen und zwei Inszenierungen aus dem Ausland bleiben, meint Ionescu, womit auch die Theaterdekade von Reschitza vollauf abgedeckt sei. Über den Juryvorsitz (die Jury soll aus fünf Theaterfachleuten bestehen) habe er sich noch nicht mit Cocora einigen können: Er selber möchte, des objektiven Blicks wegen, einen bewährten ausländischen Regisseur dafür gewinnen, Cocora sei für ein Mitglied der Rumänischen Akademie der Wissenschaften.

„Fakt ist, dass die Idee für dieses internationale Theaterfestival in der Theaterwelt Rumäniens phantastisch gut aufgenommen wurde“, unterstrich Florin Gabriel Ionescu. „Sowohl der Theaterverband UNITER, als auch das Ministerium für Kultur und Nationale Identität haben (einschließlich finanzielle) Unterstützung zugesagt. UNITER wird die Schirmherrschaft übernehmen und unser Hauptpartner sein. Außerdem: es wird auf keinen Fall ein `billiges` Festival und wir müssen sehr aufmerksam die Kosten jedes einzelnen Gastspiels abwägen.“
Für das TdV selber sei der Gewinn ein doppelter: einerseits an Prestige, auch international, andrerseits, dass in jeder darauf folgenden Spielzeit ein neuer junger Regisseur die Chance zu einer Inszenierung in Reschitza bekommt. „Vor allem in den Reihen junger Regisseure ist die Idee bestens aufgenommen worden, denn bei uns werden sie die Chance des Vergleichs unter Gleichen haben, sich nicht am Anfang ihrer Karriere mit Inszenierungen von Starregisseuren wie Silviu Purcărete, Alexandru Dabija, Andrei Șerban, Mihai Mănuțiu oder Victor Ioan Frunză messen müssen.“ So weit Florin Gabriel Ionescu.

Es soll im Juni auch einen Gala-Abend geben, und zwar, nach dem Willen von Ion Cocora, mit einer Inszenierung von Andrei Șerban: „Die Möwe“ von Tschechow. Jedes Jahr zur Festivalzeit im Juni soll also doch auch eine Arbeit eines der großen und international anerkannten rumänischen Regisseure in Reschitza gezeigt werden.

Lebe als Christ!

Rumänien aktuelle Nachrichten - So, 02/17/2019 - 00:00
Angeblich sterben jedes Jahr etwa 30.000 Menschen bei Autounfällen in den USA. Am 7. Mai 2016 starb der Autofahrer Joshua Brown. Was bei seinem Tod Aufsehen erregte, war, dass er in einem „selbstfahrenden Auto“ saß, ohne Schofför am Lenkrad. Der Mann prallte mit seinem Auto von hinten gegen einen fahrenden Lastwagenanhänger und starb. Das Fahr-Assistenz-System in Browns Wagen hatte das Hindernis nicht erkannt und deshalb keine Bremsung ausgelöst. Die Ursache war also ein „Programmierungsfehler“.

Es wird versucht, „selbstfahrende Autos“ herzustellen, um den Fahrer zu ersetzen. Offenbar traut man der künftigen Fahrtechnologie mehr Sicherheit zu als dem den Wagen lenkenden Menschen. Stellen sich hier aber „Programmierungsfehler“ ein, dann wird es zu vielen Unfällen kommen. Ob es wohl gelingt, den Autofahrer von der Verantwortung für sein Fahrzeug zu befreien – das wird sich in der Zukunft erweisen. Eines ist sicher: Die Verantwortung vor Gott für unsere Lebensführung kann uns kein technisches System abnehmen. Jeder bleibt für sein Leben vor Gott verantwortlich. Leider bauen viele Menschen „Programmierungsfehler“ in ihr Leben ein. Dann kommt es zu sittlichen Unfällen, die von der Bibel „Sünden“ genannt werden.

Kommt heute ein Autofahrer in eine Stadt, die er nicht kennt, kann er sich dennoch sicher orientieren und sein Fahrziel ohne Umwege erreichen. Es gibt ja elektronische Programme, die alle Straßennahmen der Stadt enthalten und den Autofahrer aufklären, in welche Straßen er einzubiegen hat, um sein Ziel zu erreichen. Das ist ein großer Fortschritt. Gott gibt auch uns ein Weisungsprogramm mit auf den Weg, um uns zu helfen, unser Lebensziel sicher zu erreichen. Christus erklärt im Lukasevangelium, wie wir unser Leben gestalten sollen: „Selig, ihr Armen, denn euch gehört das Reich Gottes. Selig, die ihr jetzt hungert, denn ihr werdet satt werden. Selig, die ihr jetzt weint, denn ihr werdet lachen. Selig seid ihr, wenn euch die Menschen hassen und aus ihrer Gemeinschaft ausschließen, um des Menschensohnes willen. Denn ebenso haben es ihre Väter mit den Propheten gemacht!“ Er warnt eindringlich vor der falschen Lebensprogrammierung: „Weh euch, die ihr reich seid, denn ihr habt keinen Trost mehr zu erwarten. Weh euch, die ihr jetzt satt seid, denn ihr werdet hungern. Weh euch, die ihr jetzt lacht, denn ihr werdet weinen und klagen. Weh euch, wenn euch alle Menschen loben, denn ebenso haben es ihre Väter mit den falschen Propheten gemacht!“

Es hängt von uns ab, wie wir unser Leben nach den Einladungen und Warnungen Christi einrichten. Leider gibt es viele Menschen, die gedankenlos in den Tag hineinleben, ohne sich um ihre Zukunft Sorgen zu machen. Sie gleichen dem Professor, der nach Dublin reiste, um dort an einem Kongress teilzunehmen. Er kam verspätet an. In Sorge, die Eröffnungsrede zu versäumen, sprang er in eine Droschke und rief dem Kutscher zu: „Fahren Sie schnell, ich bin in Eile!“ Der Kutscher trieb seine Pferde an und los ging die Fahrt wie bei der berühmten „wilden Jagd“. Da fiel dem Professor ein, dass er dem Kutscher noch gar nicht gesagt hatte, wohin die Fahrt gehen sollte. So rief er ihm zu: „Wissen Sie denn, wohin ich will?“ „Woher denn“, sagte dieser, „aber ich fahre, wie Sie sehen, ganz nach Befehl, im Galopp!“ Gleichen nicht viele von uns dem zerstreuten Professor? Sie reisen ziellos durchs Leben. So kann man an kein Ziel gelangen.

Unsere Vorfahren waren nicht so ausgebildet wie wir, aber sie hatten gesunde Grundsätze, die ihrem Leben Sinn und Ziel gaben. Auch wir haben gesunde Grundsätze nötig, soll unser Leben nicht ziellos verlöschen. Leihen wir Ohr und Herz der Weisheit bretonischer Bauern: „Willst du, dass du es gut hast für einen Tag? Zieh dein Festkleid an! Für eine Woche? Schlachte ein Schweinchen! Für einen Monat? Gewinne in der Lotterie! Für ein Jahr? Nimm dir eine Frau. Fürs ganze Leben? Lebe recht und gerecht! Für die ganze Ewigkeit? Lebe als Christ!“

Wir werden wohl nie in ein „selbstfahrendes Auto“ steigen, aber das Lenkrad unseres Lebensfahrzeuges wollen wir fest in den Händen halten und uns treu an das Reiseprogramm unseres Lebens halten, das Christus für uns entworfen hat: „Lebe als Christ!“

Wildschweinjagdsaison verlängert

Rumänien aktuelle Nachrichten - Sa, 02/16/2019 - 23:58
Reschitza – Normalerweise endet die Jagdsaison für Feldhasen (weil deren Rammelzeit vorwiegend im Februar läuft) und Wildschweine am 31. Januar. Deshalb hatte Ion Ţiriac seine Wildschweinhatz auf seiner neuen Jagddomäne Iersig/Vermeş am Westrand des Banater Berglands auch aufs letzte Wochenende im Januar festgelegt.

Laut der Order 540/2018 des Ministeriums für Gewässer und Forste, dem auch die Jagdaufsicht obliegt, ist die Jagdsaison auf Wildschweine, einschließlich auf Sauen und Frischlinge, in diesem Jahr bis zum 14. Mai verlängert worden. Damit wird (auch mittels Erhöhung der Abschussquoten) eine drastische Reduzierung der Wildschweinbestände bezweckt, die man in Rumänien für die alleinigen Ver-breiter der Afrikanischen Schweinepest (ASP) betrachtet – ohne den Beitrag der Menschen in Betracht zu ziehen (deretwegen man in anderen Ländern auch von der „Wurstbrotseuche” spricht, weil nämlich Imbissreste, auch von Wurstbroten, achtlos überall liegengelassen werden, von denen niemand weiß, ob sie nicht eventuell auch Erreger der Afrikanischen Schweinepest enthalten, die für den Menschen ungefährlich, für die Schweinepopulationen aber fatal sind: man kennt keine Heilungs-, nur Vorbeugemethoden gegen ASP).

Fakt ist, dass die letzten Erhebungen belegen, dass in den vergangenen Wochen die Zahl der Fälle von Afrikanischer Schweinepest unter den Wildschweinen sich keineswegs verringert hat – auch wenn die Zahl der Erkrankungen unter Hausschweinen zurückgegangen ist (was wohl auch damit im Zusammenhang steht, dass die winterlichen Hausschlachtungen die Zahl der Mastschweine außerhalb von Mastbetrieben drastisch verringert haben).

Causa Kövesi: Staatschef Johannis fordert „korrekte und rechtskonforme“ Klärung

Rumänien aktuelle Nachrichten - Sa, 02/16/2019 - 03:00
Bukarest (ADZ) - Staatspräsident Klaus Johannis hat am Donnerstag eine „umgehende, höchstmöglich korrekte sowie rechtskonforme“ Klärung der Lage der früheren DNA-Chefermittlerin und aktuell aussichtsreichsten Anwärterin auf das Amt des Europäischen Generalstaatsanwalts (EUGSt), Laura Kövesi, gefordert, nachdem am Vortag die neue Sonderermittlungsbehörde für Justizstraftaten Ermittlungen gegen sie wegen Amtsmissbrauchs, Falschaussagen und Bestechungsannahme aufgenommen hatte.

Die Behörde, die wider alle Empfehlungen der EU-, Venedig-Kommission sowie der GRECO-Staatengruppe gegründet worden sei, dürfe keineswegs zu einem Instrument zur Einschüchterung von Richtern und Staatsanwälten ausarten, warnte Johannis in einer Presseerklärung.

Die Opposition verriss ihrerseits den Vorstoß der Sonderermittlungsbehörde: Was Kövesi gerade widerfahre, spreche Bände über die Lage der Justiz und den Druck, dem diese ausgesetzt sei; die neue Behörde entpuppe sich als genau das, wovor EU- und Venedig-Kommission gewarnt hätten – nämlich als „politisches Instrument“, um unbequeme Richter und Staatsanwälte auszuschalten, sagte PNL-Fraktionschefin Raluca Turcan. PLUS-Chef Dacian Cioloș warf der neuen Ermittlungsbehörde seinerseits vor, „in politischem Auftrag“ zu handeln, und appellierte gemeinsam mit USR-Chef Dan Barna an das Staatsoberhaupt, das Referendum über die Justiz endlich anzusetzen.

Bei der PSD herrschte indes eitel Freude über das Ermittlungsverfahren gegen Kövesi: Diese erwarte ab heute „ein sehr schweres Leben“, sagte der PSD-Abgeordnete Cătălin Rădulescu der Presse, sie werde sicherlich schon bald unter Anklage gestellt und wäre gut beraten, ihre Bewerbung für das Amt des EUGSt zurückzuziehen.  

Causa Kövesi: Krichbaum schreibt an Timmermans

Rumänien aktuelle Nachrichten - Sa, 02/16/2019 - 02:50
Bukarest (ADZ) - Der Vorsitzende des Europa-Ausschusses im Bundestag, Gunther Krichbaum (CDU), hat EU-Kommissionsvize Frans Timmermans am Donnerstag wegen der gegen Laura Kövesi eingeleiteten Ermittlungen die Einleitung eines Vertragsverletzungsverfahrens nach Art. 7 der Europäischen Verträge ans Herz gelegt. Angesichts der „klar politisch motivierten Ermittlungen“ gegen Kövesi frage er sich, „welche weiteren Schritte zur Demontage des Rechtsstaates seitens der rumänischen Regierung noch abgewartet werden sollen, ehe die Kommission ein Verfahren nach Art. 7 EUV einleitet“, schrieb Krichbaum an Timmermans.  

Erhöhtes Kindergeld steigert Haushaltsdefizit

Rumänien aktuelle Nachrichten - Sa, 02/16/2019 - 02:40
Bukarest (ADZ) - Für den Staatshaushalt 2019 – die Endabstimmung im Parlament war am Freitagnachmittag anberaumt – ist am Donnerstag ein Abänderungsantrag angenommen worden, durch welchen das Kindergeld erhöht wird. Entsprechend des vom PNL-Abgeordneten Robert Sighiart˛u eingebrachten Antrags wird das Kindergeld ab dem 1. März von 84 auf 150 Lei steigen, für Kleinkinder bis zwei Jahren wird die Zulage von 200 auf 300 Lei erhöht. Die Mehrausgaben werden durch ein erhöhtes Defizitziel finanziert, der Fehlbetrag im Staatshaushalt wird 2019 voraussichtlich 2,76 Prozent statt den bisher angepeilten 2,55 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) erreichen.

Der Antrag ist mit 123 Stimmen dafür und 119 dagegen im Parlament angenommen worden. Die PNL hatte ursprünglich die Sozialversicherungskasse als Finanzierungsquelle angegeben. Der Chef der Abgeordnetenkammer Liviu Dragnea erklärte, Ausgaben des Staatshaushalts könne man nicht aus den Beiträgen zur Sozialversicherung tätigen. Das Kindergeld wird durch das Arbeitsministerium, dessen Budget um 2,1 Mrd. Lei aufgestockt wurde, ausgezahlt.  

Städtische Unternehmen: Firea verliert Rechtsstreit

Rumänien aktuelle Nachrichten - Sa, 02/16/2019 - 02:33
Bukarest (ADZ) - Die Oberbürgermeisterin der Hauptstadt, Gabriela Firea Pandele (PSD), will ihre unrechtmäßig gegründeten 22 städtischen Unternehmen offenbar um jeden Preis retten: Mittels einer Presseerklärung appellierte Firea am Donnerstag an alle Stadträte, die Gründung der umstrittenen Unternehmen in einer zweiten Abstimmung abzusegnen – und zwar mit der nötigen Mehrheit.

Fireas Appell an die Stadträte erfolgt, nachdem sie am Vortag endgültig im Rechtsstreit um die unter ihrer Federführung gegründeten Unternehmen der Hauptstadt unterlegen war: Das Berufungsgericht Bukarest erhielt das Urteil, demzufolge die Unternehmen rechtswidrig gegründet worden sind, aufrecht, und schmetterte ihren Einspruch ab. Letzten Spätherbst hatte ein Spruchkörper der gleichen Gerichtsinstanz befunden, dass die 22 Unternehmen unrechtmäßig aus der Taufe gehoben worden waren, da sie nicht, wie gesetzlich vorgesehen, von einer Zweidrittel-, sondern bloß von einer einfachen Mehrheit im Stadtrat abgesegnet worden waren. Entsprechend ordnete das Gericht die Auflösung der Unternehmen an, was Firea nun mit einer zweiten Abstimmung zu verhindern versucht.  

Honorarerhöhung für Pflichtverteidiger

Rumänien aktuelle Nachrichten - Sa, 02/16/2019 - 02:20
Bukarest (ADZ) - Nachdem Anwälte in Bukarest und weiteren 14 Kreisen Anfang der Woche gegen zu niedrige amtliche Honorare protestiert hatten und Präsidenten mehrerer Rechtsanwaltskammern zu Verhandlungen mit dem Justizminister angereist waren, ist nun eine Vereinbarung zwischen der Vereinigung der Rechtsanwaltskammern, dem Justizministerium und der Generalstaatsanwaltschaft unterschrieben worden. Die amtlichen Honorare werden um bis zu 141,02 Prozent erhöht, ein Pflichtverteidiger wird pro Fall mindestens 313 Lei, maximal 1253 Lei verdienen.

Mit siebenbürgisch-sächsischem Bauerbe verantwortungsvoll umgehen

Rumänien aktuelle Nachrichten - Sa, 02/16/2019 - 00:01
Am 31. Januar hat der Chefplaner der zurzeit laufenden Restaurierungsarbeiten an der Hermannstädter Stadtpfarrkirche, Architekt Mihai Țucă, für die Teilnehmer einer Tagung der Architekten der Kreise Hermannstadt und Vâlcea eine Führung auf der Baustelle gemacht. Eingangs hat er über die archäologischen Grabungen berichtet, die unter der Leitung der Kronstädter Archäologin Daniela Marcu-Istrate im vergangenen Jahr durchgeführt wurden. Er erwähnte, dass verschiedene Fußbodenplatten auf der Rückseite Reliefs aufwiesen, dass ein besonderer Fund der Grabstein des Bürgermeisters Armbruster war und dass die Grabkammer von Brukenthal nicht geöffnet worden sei. Bei den Grabungen sind zwei frühere Fußbodenhöhen zum Vorschein gekommen, 26 cm bzw. 40 cm unter dem heutigen Niveau. Man hat sich entschieden, für den neuen Fußboden die Höhe von 26 cm unter dem Niveau zu berücksichtigen. Die Grabungen haben unter anderem auch Gewissheit über den romanischen Vorgängerbau gebracht: Es konnten sowohl die Grundmauern der halbkreisförmigen Apsis als auch beide Apsidiolen identifiziert werden. Noch nicht geklärt ist der westliche Abschluss der romanischen Kirche.

Ein weiterer Schwerpunkt seiner Präsentation hatte die statischen Konsolidierungsarbeiten zum Thema: Es ist vorgesehen, in einigen Wänden der Kirche vertikale und horizontale Bohrungen durchzuführen und darin Stahlarmierungen einzubringen. Außerdem soll die nördliche Mittelschiffmauer durch Binder abgestützt werden. Dislozierte Gewölberippen sind in einer früheren Phase der Restaurierung an Bögen aus Beton bzw. Holz aufgehängt worden, hierzu waren Fotos zu sehen.

Architekt Țucă erwähnte, dass ein ursprüngliches Projekt ein Gesamtvolumen von 12, 6 Millionen Euro hatte, dass aber das gegenwärtige Vorhaben einen Wert von nur 5 Millionen Euro habe. Die reduzierte Finanzierung würde sich auf die Außenarbeiten an der Kirche negativ auswirken, diese könnten nur in geringem Maß durchgeführt werden. (Zu den im großen Projekt geplanten Arbeiten habe ich in einem Artikel der ADZ vom 26. April 2014, S. 3, und in der „Siebenbürgischen Zeitung“ vom 5. Mai 2014, S.5, Stellung genommen.)

Auf die Heizung der Kirche angesprochen, sagte er, dass eine Warmwasserbodenheizung vorgesehen sei. Sein Kommentar dazu: Früher hätten sich die Leute warm angezogen, heute sei man eben verwöhnter. Den Ausführungen war zu entnehmen, dass diese Heizung ein Wunsch der Bauherrschaft sei, den er in das Projekt aufgenommen habe, deren Notwendigkeit er aber nicht zur Gänze einsehe.

Tatsächlich bedeutet diese Art von Heizung einen neuen Fußboden aus dünnen Steinplatten in der ganzen Kirche. Angesichts der Tatsache, dass keine großen Temperaturschwankungen erlaubt sind, muss praktisch das halbe Jahr kontinuierlich geheizt werden, was Erdgaskosten in der Größe von ca. 7000 bis 10.000 Euro bedeutet. Für die Aufbewahrung wertvoller Kunstobjekte wie Altäre, Orgeln, Epitaphien u. dgl. ist das Heizen der Räume problematisch. Besonders die Bildung von Kondenswasser kann sich negativ auf deren Erhaltungszustand auswirken. Hier ist zu erwähnen, dass die Aufbewahrung der beiden vorreformatorischen Altäre aus Radeln und Schweischer in der Johanniskirche nicht als optimal angesehen werden kann und es sinnvoll wäre, diesbezüglich Überlegungen mit der Restaurierung der Stadtpfarrkirche zu verbinden. Im Zusammenhang mit dem neuen Fußboden stellt sich auch die Frage, was mit den Steinplatten, meist Grabplatten, des alten Fußbodens, die zurzeit im Hof gelagert sind, geschehen soll; werden sie unter dem neuen Boden verlegt oder wie Müll entsorgt? Dass die Kirchenheizung auch mit wesentlich geringeren Eingriffen in die historische Substanz erfolgen kann, ist im romanischen Dom in Karlsburg-Alba Julia zu sehen, wo auf die historischen Kirchenbänke elektrisch geheizte Sitzkissen gelegt wurden.

Während seiner Ausführungen erwähnte Architekt Țucă, es sei vorgesehen, den vorreformatorischen Altar (siehe ADZ vom 3. Dezember 2013, S. 3), der in den 80er Jahren des vorigen Jahrhunderts restauriert worden ist, zusammen mit der Orgel aus einer Dorfkirche in der Ferula aufzustellen. Angesichts der Tatsache, dass das Restaurierungsprojekt vorsieht, den Zugang der Touristen durch das Südportal der Ferula zu lenken und zu diesem Zweck ein durch Glaswände abgeteilter Verkaufsstand und Sanitäranlagen eingebaut werden sollen, drängt sich die Frage auf, ob dieser Eingangsbereich der richtige Ort für den wertvollen Altar ist, der ursprünglich im 16. Jahrhundert für den Hauptraum der Kirche erstellt worden war, wie das eine Studie des Klausenburger Forschers Ciprian Firea überzeugend nachweist („The Great Altarpiece of the Passion from Sibiu and its Painters, Acta Musei Brukenthal VII. 2. Sibiu 2012, S. 229-246). Selbst diese Entscheidung, die man auf das Fehlen eines klaren, denkmalgerechten und glaubensmäßig schlüssigen Konzeptes für die Gestaltung der Innenräume des Baudenkmals zurückführen kann, ist im Vergleich zu der Erstellung einer Bodenheizung weniger problematisch, weil die Möglichkeit besteht, zu einem späteren Zeitpunkt diese Situation zu korrigieren, während bei dem Ersetzen des Fußbodens der Kirche unumkehrbare Tatsachen geschaffen werden.

Die Hermannstädter Stadtpfarrkirche ist in den letzten 170 Jahren schon zweimal Gegenstand von Restaurierungen gewesen: in den Jahren 1853-1855 und 1905-1912. In beiden Fällen ist man nicht zimperlich mit der Originalsubstanz umgegangen. Mitte des 19. Jahrhunderts wurden Teile des noch vorhandenen Lettners im Querschiff der Kirche, die zu Emporen umfunktioniert worden waren, abgetragen und die steinerne gotische Kanzel an einem Pfeiler des Mittelschiffs wurde durch eine größere hölzerne Kanzel am Triumphbogen ersetzt. Der barocke Altar wurde abgetragen und an dessen Stelle der heutige neugotische aufgestellt. Aus dieser Zeit stammen auch die Bänke im Mittelschiff und in den Seitenschiffen. Während der Arbeiten am Anfang des 20. Jahrhunderts, erfolgte die Ummantelung des Glockenturmes mit dem neuen Material Beton, was vom denkmalpflegerischen Standpunkt fragwürdig ist. Dabei wurde auch der Raum unter dem Turm mit Steinen und Mörtel bis unter das Gewölbe aufgefüllt (siehe „Kirchliche Blätter“ Nr. 10, 1989, S. 6). Leider ist auch das Westportal mit seiner spätromanischen bzw. gotischen Profilierung zugemauert worden. Während dieser Arbeiten hat man auch den Großteil des mittelalterlichen Verputzes im Kirchenraum abgeschlagen und mit einem Edelputz ersetzt. So fällt das gegenwärtig großflächige Entfernen des Putzes, wie es leider auf vielen Baustellen der Denkmalpflege in unserem Land praktiziert wird, weniger schwer ins Gewicht.

Nun kann man argumentieren, dass das Restaurierungsprojekt der Stadtpfarrkirche die Genehmigungsverfahren der staatlichen Denkmalpflege durchlaufen hat, dass somit eine gewisse Garantie für das Einhalten der spezifischen Erfordernisse einer denkmalgerechten Restaurierung gegeben ist. Man berücksichtigte also Kriterien, wie sie etwa in den 16 Artikeln der Charta von Venedig definiert sind (Internationale Charta über die Konservierung und Restaurierung von Denkmälern und Ensembles, Venedig 1964). Leider zeigt die Erfahrung der letzten Jahrzehnte, dass diese Garantie hierzulande nicht vorausgesetzt werden kann. Nehmen wir z. B. die Arbeiten – von Restaurierung kann dort nicht die Rede sein – an der Burgruine in Marienburg, wo auf die historischen Mauern willkürlich Häuschen aufgesetzt und eine Phantasieeinfahrt gebaut wurde. Dieser Umgang mit der „Seele Siebenbürgens“ sollte bei denjenigen, die noch eine Spur von Verantwortung für das siebenbürgisch-sächsische Kulturerbe empfinden, die Alarmglocken läuten lassen. Es handelt sich dabei nicht um einen Einzelfall, wenn wir an Baumaßnahmen an den Burgen in Reps und Deva oder an jene auf der Burg in Schäßburg denken. Vergleiche mit der Zeit vor 1989 zeigen, dass der damalige Mangel an finanziellen Mitteln unseren Baudenkmälern, aus heutiger Sicht, gar nicht so schlecht bekommen ist.

Bei einem verantwortungsvollen und kompetenten Management, unter Einbeziehung der Landeskommission für Denkmalpflege, könnte, angesichts der Erkenntnisse der archäologischen Grabungen, der Herabsetzung des Fußbodens und mit Hinweis auf den wertvollen alten Fußboden, auf die Warmwasserheizung der Kirche auch zum heutigen Zeitpunkt noch verzichtet werden, besonders auch mit dem Hinweis, dass die dadurch freiwerdenden Mittel für dringend notwendige denkmalpflegerische Maßnahmen an den Fassaden der Kirche eingesetzt werden könnten.

Es wäre sehr zu begrüßen, wenn unsere sächsische Gemeinschaft, auf den verschiedenen Ebenen ihrer Organisationen und ihrer Vertreter im In- und Ausland, sich zu einer solchen Initiative motivieren ließe. Natürlich bedeutet das schwierige Auseinandersetzungen, Einsatz auf hoher Ebene und letztendlich den Kampf um die Einhaltung der in Europa anerkannten Maßstäbe und Werte. Gerade die Hochhaltung und Umsetzung dieser Werte im Karpatenraum hat die Geschichte der Siebenbürger Sachsen über die Jahrhunderte ihrer Existenz bestimmt. Sich davon zu verabschieden, bedeutet mehr oder weniger, unsere Existenzberechtigung in diesem Umfeld in Frage zu stellen. Natürlich kann man die Dinge weiterhin so laufen lassen, wie sie eben laufen, dabei ist jedoch zu befürchten, dass das Beispiel Schule macht und auch andernorts ähnlich unverantwortlich mit sächsischen Baudenkmälern umgegangen wird. Machen wir uns bewusst: Die Verantwortung für unser kulturelles Erbe in Siebenbürgen kann und soll in der heutigen Lage nicht an andere Institutionen und Organisationen delegiert werden, sie bleibt bei uns, und dementsprechend wird von unserer heutigen Saat die Ernte ausfallen.  

Ermittlungsverfahren gegen Ex-DNA-Chefin Laura Kövesi eingeleitet

Rumänien aktuelle Nachrichten - Fr, 02/15/2019 - 03:00
Bukarest (ADZ) - Die frühere DNA-Chefin und aussichtsreichste Anwärterin auf das Amt des Generalstaatsanwalts der EU (EUGSt), Laura Kövesi, hat am Mittwochabend bekannt gegeben, dass die neue Ermittlungsbehörde für Justizstraftaten ein Verfahren gegen sie eingeleitet hat. 

Sie sei von der Behörde just für den Tag vorgeladen worden, an dem sie sich im EU-Parlament einer Anhörung im Rahmen ihrer Bewerbung für das Amt des EUGSt stellen müsste; laut Vorladung würden ihr Falschangaben, Amtsmissbrauch und Bestechungsannahme vorgeworfen, teilte Kövesi mit. Es handele sich offenkundig um einen neuen Versuch, ihre Bewerbung zu untergraben, fügte die 45-Jährige hinzu, die klarstellte, diese nicht zurückziehen und alles daransetzen zu wollen, um bei der Anhörung im EU-Parlament dabeizusein. Laut PSD-naher Presse könnte Kövesi mit einem Ausreiseverbot belegt werden.

Das Verfahren der neuen Sonderermittlungsbehörde, die von der EU-, Venedig-Kommission und der GRECO-Staatengruppe als „potenzielles politisches Druckmittel“ gegen Justizbeamte verrissen worden war, wird von Adina Florea geleitet – jener Staatsanwältin, die Justizminister Toader als Kövesis Nachfolgerin an der DNA-Spitze vorgeschlagen hatte und die von Staatschef Johannis abgelehnt worden war. Floreas Verfahren beruht auf Anschuldigungen des früheren PSD-Abgeordneten Sebastian Ghiță, der sich wegen seiner zahlreichen Korruptionsverfahren vor zwei Jahren nach Serbien abgesetzt hat und nun behauptet, Kövesi habe ihn 2011 als damalige Generalstaatsanwältin zur Übernahme der Kosten eines Charterflugs für die Überstellung eines nach Indonesien geflüchteten Straftäters gezwungen. In Wahrheit wurden besagte Charterkosten von der rumänischen Polizei getragen, wie letztere selbst bestätigte.

OG-Präsidentin Tarcea beklagt politischen Druck

Rumänien aktuelle Nachrichten - Fr, 02/15/2019 - 02:50
Bukarest (ADZ) - Die Präsidentin des Obersten Gerichts (OG), Cristina Tarcea, ist am Mittwoch beim Justizrat (CSM) vorstellig geworden, nachdem die Gerichtsaufsicht im Dezember ein Disziplinarverfahren gegen sie eingeleitet hat.

Das wegen der angeblich unrechtmäßigen Zusammensetzung der Strafsenate der Höchstinstanz eingeleitete Disziplinarverfahren bezeichnete Tarcea als „politische Druckausübung“ und erinnerte offen an „das außerordentliche Interesse“, das PSD-Chef Liviu Dragnea seit Monaten hinsichtlich der Zusammensetzung der OG-Strafsenate an den Tag legt. Der Zeitpunkt für Enthüllungen sei noch nicht gekommen, sagte Tarcea der Presse, ließ jedoch durchblicken, dass sie im letzten Jahr sowohl von Verfassungsgerichtspräsident Valer Dorneanu als auch von Ombudsmann Victor Ciorbea zu „Vier-Augen-Gesprächen“ gebeten worden sei.

Im Rahmen des Disziplinarverfahrens, das letztlich zu ihrer Abberufung führen kann und in dem der CSM unter Leitung seiner neuen Vorsitzenden Lia Savonea zu befinden hat, lehnte die OG-Präsidentin gleich vier CSM-Mitglieder, darunter auch Richterin Savonea, ab, die Sitzung musste daraufhin vertagt werden.

Aufruf eines Kreisratschefs zu Verwaltungsstreik

Rumänien aktuelle Nachrichten - Fr, 02/15/2019 - 02:30
Bukarest (ADZ) - Der Klausenburger Kreisratschef Alin Tise hat am Mittwoch die Kommunalverwaltungen des Landes zu einem „Verwaltungsstreik“ aufgerufen, nachdem alles Flehen um angemessene Budgets der Kommunen nichts gebracht hat und die Koalition diesen nun auch die Sozialhilfezahlungen auflasten will. Der Etat, den das Parlament gerade verabschieden wolle, sei eine offenkundige „politische Vendetta“, die PSD-Chef Dragnea gegen erfolgreiche Kommunalverwaltungen führe. Er appelliere daher an alle, die mit diesem „Willkür-Haushalt“ unzufrieden sind, Streiks in Betracht zu ziehen, schrieb Tise in einer Presseerklärung.

EZB ermahnt Finanzminister wegen „Giersteuer“

Rumänien aktuelle Nachrichten - Fr, 02/15/2019 - 02:20
Bukarest (ADZ) - Die Europäische Zentralbank (EZB) hat den rumänischen Finanzminister Eugen Teodorovici in einem Schreiben darauf hingewiesen, dass entsprechend EU-Recht die EZB vor der Verabschiedung des Eilerlasses 114/2018 hätte zu Rate gezogen werden müssen. In der am 5. Februar datierten Mitteilung wird erklärt, dass Regelungen mit „beträchtlichen Auswirkungen auf Finanzmarkt und -institutionen“ auch mit der EZB abgesprochen werden müssen. Finanzminister Teodorovici hat am Mittwoch das Schreiben bestätigt und erklärt, er arbeite an einer Antwort. Der Eilerlass bzw. die sogenannte „Giersteuer“ sei aber in Brüssel bisher nicht zur Sprache gekommen.

Wirtschaft 2018 um 4,1 Prozent gewachsen

Rumänien aktuelle Nachrichten - Fr, 02/15/2019 - 02:15
Bukarest (ADZ) - Die rumänische Wirtschaft ist im vergangenen Jahr um 4,1 Prozent gewachsen. Dies teilte das Nationale Statistikinstitut (INS) am Donnerstag nach einer ersten Schnellschätzung mit. Weiter gab INS an, dass im vierten Quartal 2018 das Bruttoinlandsprodukt (BIP) gegenüber dem Vorquartal um 0,7 Prozent zugelegt hat.

Am Mittwoch hatte das Statistikamt angekündigt, dass die Industrieproduktion im vergangenen Jahr gegenüber 2017 um 3,5 Prozent zugelegt hat. Im Dezember 2018 war die Industrieproduktion allerdings sowohl gegenüber dem Vormonat als auch gegenüber dem letzten Monat 2017 leicht rückläufig.

Größtes Vertrauen in Johannis, Firea und Ponta

Rumänien aktuelle Nachrichten - Fr, 02/15/2019 - 02:10
Bukarest (ADZ) - Eine im Auftrag der Adenauer-Stiftung angefertigte Studie des INSCOP-Instituts zum Vertrauen der Rumänen in die Politiker hat kürzlich ergeben, dass sich Klaus Johannis mit 39,5 Prozent auf Platz eins der Vertrauensskala befindet. Die Zahl ist seit einer ähnlichen Studie im vergangenen November sogar um 5 Prozent gestiegen. Die Bukarester Bürgermeisterin Gabriela Firea befindet sich mit 23,9 Prozent, um 3,7 Prozent weniger als im Herbst, auf Platz 2. Victor Ponta konnte mit einer Steigerung von 2,5 Prozent insgesamt 23,7 Prozent erzielen, dicht gefolgt von Dacian Cioloș (22,5 Prozent) und Călin Popescu-Tăriceanu (22,4 Prozent). PNL-Chef Ludovic Orban liegt bei 16,1 Prozent, gefolgt von PSD-Chef Liviu Dragnea, dessen Vertrauensrate seit dem Herbst um ein Prozent auf 12,6 Prozent gestiegen ist. Es folgen Dan Barna (USR, 10,7 Prozent) und Traian Băsescu (10 Prozent). Das Schlusslicht bilden Viorica Dăncilă mit 9,5 Prozent (etwas unter dem Prozentsatz vom Herbst), Ion Iliescu (8,8 Prozent) und Hunor Kelemen (7,6 Prozent).

Haushaltsentwurf: Präsident verreißt „zynischen“ Vorstoß des PSD-Chefs

Rumänien aktuelle Nachrichten - Do, 02/14/2019 - 03:00
Bukarest (ADZ) - Staatschef Klaus Johannis hat am Dienstag die Pläne bzw. Zusatzanträge von PSD-Chef Liviu Dragnea zum Haushaltsentwurf 2019 scharf gerügt und in einer Presseerklärung aufgezeigt, dass die von Dragnea geforderte Kürzung der Budgets der Geheimdienste um mehr als eine halbe Milliarde Lei im aktuellen geopolitischen Kontext zunehmender Risiken und Bedrohungen „unverantwortlich“ ist.

Der Vorstoß des PSD-Chefs, der mit den den Nachrichtendiensten gestrichenen Mitteln ein „Vitamin D“-Programm für Kinder, ein Schwangerschaftstest- sowie ein Programm zur Diabetes-Prävention bei Jugendlichen finanzieren will, sei ebenso „populistisch“ wie „zynisch“ – nur ein „kleinlicher und verantwortungsloser Politiker“ würde versuchen, „die Gesundheit der Menschen gegen die Sicherheit des Landes“ auszuspielen, stellte das Staatsoberhaupt klar. Johannis appellierte an das Parlament, die im Haushaltsentwurf vorgesehenen Budgets der Nachrichtendienste ungekürzt zu belassen, zumal diese vom Verteidigungsrat bereits abgesegnet worden sind.

Im Wirtschafts- und Finanzausschuss des Parlaments fielen anschließend in der Nacht auf Mittwoch zwei der insgesamt drei Zusatzanträge des PSD-Chefs durch – ob eingedenk des Appells des Staatschefs oder infolge der wackligen Mehrheit der Koalition im Unterhaus bleibt dahingestellt.

Doch nicht nur bei den Nachrichtendiensten, auch beim Justizsystem ließ Dragnea den Rotstift ansetzen: Die Generalstaatsanwaltschaft klagte am Dienstag über ein dermaßen gekürztes Budget, dass ihr „kaum noch Geld für Gutachten“ übrigbliebe. Die Antimafia-Staatsanwaltschaft DIICOT teilte mit, dass ihr das Geld nach derzeitigem Stand der Dinge „im letzten Quartal 2019 nicht einmal für Löhne ausreichen“ würde.  

Isărescu: ROBOR wird nicht manipuliert

Rumänien aktuelle Nachrichten - Do, 02/14/2019 - 02:55
Bukarest (ADZ) - BNR-Gouverneur Mugur Isărescu hat am Dienstag bei einer Anhörung des Aufsichtsrates der Rumänischen Nationalbank (BNR) im Senat erklärt, dass der Zinssatz am Interbankenmarkt ROBOR nicht von den Banken manipuliert werde. Es gebe kein Kartell zwischen den Banken. Um niedrigere Zinsen zu erreichen, müssen die Inflation, das Haushaltsdefizit und das Außendefizit verringert werden. Würde die Notenbank zurzeit den Leitzins senken, würde der ROBOR tatsächlich sinken, aber dies würde auch die Inflation anheizen, so Isărescu.

Der Notenbankgouverneur gab weiter an, es werde u. a. dadurch Verwirrung gestiftet, dass in der Öffentlichkeit ROBOR-Zinssätze für Kredite mit verschiedenen Laufzeiten verglichen werden. An einer Verbesserung der Berechnung des ROBOR wird dennoch gearbeitet.

Zur Besteuerung von Bankaktiva erklärte Isărescu erneut, dass auf die Kopplung an den ROBOR verzichtet werden müsse, dies beeinflusse die Geldpolitik. Weiter empfehle er, dass gewisse Bankaktiva von der Steuer ausgenommen werden, beispielsweise die verpflichtenden Mindestreserven der Banken bei der Nationalbank, Staatsanleihen oder die Immobilienkredite im Rahmen des Programms „Prima Casă“.

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