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Rumänien aktuell: News und Infos

Haushaltsdefizit: Regierung überlegt Sparmaßnahmen

Rumänien aktuelle Nachrichten - Di, 07/09/2019 - 04:01
Bukarest (ADZ) - Regierungschefin Viorica Dăncilă und Finanzminister Eugen Teodorovici (beide PSD) haben angesichts des 7- Milliarden-Lei-Haushaltslochs (Stand: Ende Mai) am Wochenende Sparmaßnahmen angekündigt.
Der Rotstift soll, nach Angaben der Regierungschefin, zunächst beim aufgeblähten Regierungsapparat angesetzt werden, wo „in den letzten Jahren viele aus der Privatwirtschaft kommende Personen beschäftigt wurden“. Dăncilă zufolge weisen „manche Ressorts inzwischen mehr Chefs als Mitarbeiter auf“, dienstversetzte Neuzugänge hätten künftig „den gleichen Lohn wie vorher“ zu beziehen und nicht „das Salär eines Regierungschefs“.

Weiters überlegt die Regierung, ihre Ausgaben mit etlichen Behörden auf die Kommunalverwaltungen abzuwälzen: Man werde prüfen, „was entzentralisiert werden kann bzw. welche Behörden wir künftig den Kommunalverwaltungen unterstellen können“, so die Regierungschefin.

Finanzminister Eugen Teodorovici kündigte seinerseits Sparmaßnahmen an, die zum einen die Sonderrenten und zum anderen die „Frührentner“ im Staatssektor visieren. So könnte auf die zahlenmäßig stetig zunehmenden Sonderrenten künftig eine Progressivsteuer erhoben und den sogenannten „Jungrentnern“ verboten werden, nach ihrer Verrentung weiter im Staatssektor beschäftigt zu bleiben. Der Trick war in den letzten Jahren vor allem im Innenministerium, einschließlich Polizei, sowie in der Kommunalverwaltung beliebt gewesen.

Nicht zu guter Letzt kündigte die Regierungschefin an, den von PSD- und ALDE-Abgeordneten hinterlegten Gesetzentwurf betreffend die von erwachsenen, arbeitsfähigen Kindern für ihre Eltern, Groß- oder Urgroßeltern zu berappende „Unterhaltsrenten“ zu missbilligen, auch sei dieser „weder in der Partei noch im Kabinett erörtert“ worden.

Johannis zum Tag der Justiz: „Gleiches Recht für alle“

Rumänien aktuelle Nachrichten - Di, 07/09/2019 - 03:50
Bukarest (ADZ) - Staatschef Klaus Johannis hat am Sonntag aus Anlass des Tags der Justiz hervorgehoben, dass die rumänische Wählerschaft „durch ihre massive Beteiligung“ an dem zeitgleich mit der EU-Wahl stattgefundenen Referendum über die Justiz „klargestellt hat, dass sie in einem Land leben will, in dem gleiches Recht für alle gilt“.

Die im letzten Jahrzehnt erzielten Fortschritte im Bereich der Korruptionsbekämpfung und Justizreform dürften nicht „durch legislative und verwaltungsrechtliche Vorstöße“ in Frage gestellt, das Justizsystem nicht, „wie in den letzten Jahren“, durch Unterordnungsversuche und/oder „überhastete Änderungen des Gerichtsverfassungs- sowie des Strafrechts“ geschwächt werden. Infolge all dieser Attacken hätten „Bürger, Juristen, demokratieliebende Oppositionsparteien und auch EU-Institutionen prompt reagiert“, unterstrich Johannis in seiner Presseerklärung.

Angesichts des im Rahmen des Justiz-Referendums zum Ausdruck gebrachten Willens der Bürger stehe die politische Klasse nun in der Pflicht, „ein für allemal in Richtung faire Justiz und Festigung des europäischen Wegs unseres Landes vorzugehen“, forderte das Staatsoberhaupt.

Corina Bokor interimistische Bürgermeisterin Hermannstadts

Rumänien aktuelle Nachrichten - Di, 07/09/2019 - 03:40
Hermannstadt (ADZ) - Corina Bokor, Mitglied des Demokratischen Forums der Deutschen in Rumänien (DFDR) und Vizebürgermeisterin der Kreishauptstadt Hermannstadt/Sibiu, wurde Freitag zur interimistischen Nachfolgerin von Bürgermeisterin Astrid Fodor (DFDR) bestimmt. Aufgrund der zwei Tage vorher von Präfektin Adela Muntean (PSD) unterzeichneten und allgemein umstrittenen Suspendierung Astrid Fodors wurde der Stadtrat zu einer außerordentlichen Sitzung einberufen, um über die Besetzung der Vakanz zu beschließen.

Zu Beginn der Sitzung verlas Stadtratsmitglied Vasile Tiberiu Mitrea (PSD) ein offenes Protestschreiben der eigenen Fraktion, die sechs von 23 Sitzen des lokalen Verwaltungsrates hält und Astrid Fodor mangelhafte Führungskompetenz bis hin zu terminlicher Vernachlässigung der urbanen Großbauprojekte Stadionrenovierung am Erlenpark und Bau von Tiefgaragen am Bahnhofsplatz und Zibinsmarkt vorwirft. Im Beratungsfortgang wurde dem Stadtrat die Möglichkeit unterbreitet, anonym über die Ernennung von Corina Bokor zur Interimsbürgermeisterin abzustimmen. Fünfzehn positive und fünf ungültige Stimmen brachten ein klares Ergebnis. 

Cioloș will mit Macron zugunsten Kövesis verhandeln

Rumänien aktuelle Nachrichten - Di, 07/09/2019 - 03:20
Bukarest (ADZ) - Der Chef der liberalen bzw. Renew Europe-Fraktion im Europaparlament, Dacian Cioloș, hat am Wochenende angekündigt, mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron Verhandlungen vereinbart zu haben, „um schnellstmöglich die Bestellung des künftigen Europäischen Generalstaatsanwalts vorzunehmen – und zwar ausgehend von der Unterstützung, die Laura Kövesi seitens des EU-Parlaments zuteil geworden ist“. Kövesi war bekanntlich Ende Februar offiziell zu der vom EU-Parlament unterstützten EUGSt-Kandidatin gekürt, ihre Ernennung anschließend jedoch von den rumänischen Behörden untergraben worden.

Dringlichkeitserlass zum Verwaltungsrecht im Amtsblatt

Rumänien aktuelle Nachrichten - Di, 07/09/2019 - 03:10
Bukarest (ADZ) - Die Eilverordnung zum Verwaltungsrecht ist am vergangenen Freitag im Amtsblatt veröffentlicht worden. Zuvor wurden noch Änderungen vorgenommen, unter anderem was die Nutzung von Minderheitensprachen betrifft. Lokale Verwaltungseinheiten können nun per Ratsentscheidung die Nutzung solcher Sprachen beschließen, auch wenn der Minderheitenanteil in der betreffenden Ortschaft unter 20 Prozent liegt.
Der Vorsitzende der UDMR-Fraktion im Senat, Attila Cseke, kritisierte das novellierte Verwaltungsrecht und ließ verlauten, dass „ein Land, das Minderheitenrechte beschneidet, kein vorbildlicher Staat“ sei. Zahlreiche Vorschläge die Rechte der Minderheiten betreffend seien ignoriert worden. Auch der ungarische Außenminister Péter Szijjártó kritisierte die Novellierung scharf.
Rumänisch-nationalistische Gruppierungen wiederum protestierten am Victoriei-Platz in Bukarest. Sie sehen in der Regelung eine Bevorteilung der Minderheiten.

Gesetzesentwurf für medizinisches Cannabis

Rumänien aktuelle Nachrichten - Di, 07/09/2019 - 03:00
Bukarest (ADZ) - Ein Gesetzesprojekt, das den Gebrauch von medizinischem Cannabis regeln soll, befindet sich derzeit im Senat. Das von 87 Senatoren und Abgeordneten aller Parteien initiierte Projekt sieht die Gründung einer nationalen Agentur für den Gebrauch von Cannabis vor, welche die gesamte Produktion von medizinischem Cannabis für das Gesundheitsministerium akquirieren und die Verteilung strikt auf Basis einer ärztlichen Verschreibung sicherstellen soll. Das Gesetz regelt ferner Produktion, Verteilung und Verwendung von Cannabisprodukten. Cannabis ist der wissenschaftliche Gattungsname für die Hanfpflanze, deren Bestandteile als Heilmittel oder – je nach Art – auch als Drogen (Haschisch, Marihuana) aufbereitet werden können. Anbau und Nutzung sind in verschiedenen Staaten unterschiedlich geregelt. Therapeutisch aktive Wirkstoffe sind sowohl das nicht berauschende Öl Cannabidiol (CBD), das in mehreren Ländern frei verkauft werden darf, als auch das psychoaktive Tetrahydrocannabidiol (THC).

Simona Halep gegen Shootingstar Gauff

Rumänien aktuelle Nachrichten - Mo, 07/08/2019 - 12:39
Wimbledon (ADZ) – In der vierten Runde des Tennis-Turniers von Wimbledon trifft Simona Halep heute Nachmittag auf den amerikanischen Shootingstar Coco Gauff. Die 15-Jährige ist die Sensation beim diesjährigen Rasenklassiker. Ihr Drittrunden-Duell mit Polona Hercog sahen in England 5,2 Millionen Menschen im Fernsehen. Nachdem sich Gauff in der Qualifikation durchgesetzt hatte, gewann sie in der ersten Runde gegen Venus Williams und in der zweiten Runde gegen Magdaléna Rybáriková. Simona Halep, die in der dritten Runde gegen Victoria Azarenka 6:3, 6:1 gewann, hatte bereits bei den diesjährigen French Open schlechte Erfahrungen mit einem amerikanischen Teenager gesammelt. Gegen die 17-jährige Amanda Anisimova unterlag die Titelverteidigerin im Viertelfinale 2:6, 4:6.

Ebenfalls heute treffen Irina-Camelia Begu und Monica Niculescu in der dritten Runde des Damendoppels auf Hsieh Suwei und Barbora Strýcová. Horia Tecău steht mit Jean-Julien Rojer in der dritten Runde des Herrendoppels.

Viitorul gewinnt Superpokal

Rumänien aktuelle Nachrichten - Mo, 07/08/2019 - 12:38
Ploiești (ADZ) - Der FC Viitorul hat den ersten Pokal der Spielzeit 2019/20 gewonnen. In Ploiești siegte der amtierende Pokalsieger am Sonnabend im Supercup gegen den amtierenden Meister CFR Klausenburg mit 1:0 (0:0). Das entscheidende Tor für die Mannschaft von Gheorghe Hagi erzielte Andrei Artean in der 86. Spielminute. Nach der Meisterschaft im Jahr 2017 und dem Pokalsieg im Juni hat der FC Viitorul, nur elf Jahre nach der Gründung, nun auch den dritten rumänischen Wettbewerb gewinnen können. Nicht mehr im Aufgebot der Hagi-Elf stand Sohn Ianis. Der 20-Jährige steht vor einem Wechsel ins europäische Ausland.

In der am kommenden Wochenende beginnenden Saison empfängt Meister CFR Klausenburg am Sonnabend Politehnica Jassy und der FC Viitorul am Montag Dinamo Bukarest. Das nächste Pflichtspiel bestreitet CFR bereits heute Abend in der Champions-League-Qualifikation beim FK Astana. Für den kasachischen Meister spielt seit Februar Nationalspieler Dorin Rotariu. Das Rückspiel findet am 17. Juli in Klausenburg statt.

Musik als Tanz

Rumänien aktuelle Nachrichten - Mo, 07/08/2019 - 01:00
Am vergangenen Freitag fand im Bukarester Athenäum das letzte Konzert der Philharmonie „George Enescu“ in der Saison 2018/2019 statt. Auf dem Programm standen zwei der populärsten Werke der sinfonischen Musik des 20. Jahrhunderts: die 1924 in New York erstmals aufgeführte Komposition für Klavier und Orchester „Rhapsody in Blue“ von George Gershwin und das 1937 in Frankfurt am Main erstmals aufgeführte Oratorium „Carmina Burana“ von Carl Orff.

Beide Werke beschritten in den zwanziger und dreißiger Jahren des vorigen Jahrhunderts musikgeschichtlich neue Wege. George Gershwin versuchte mit seinem „Experiment in moderner Musik“ – so das Motto des Uraufführungskonzertes –, Jazz und konzertante Sinfonik miteinander zu verbinden; Carl Orff bemühte sich mit seinen „Weltlichen Gesängen für Sänger und Chöre“ – so der Untertitel des Oratoriums –, im Rekurs auf archaisch wirkende Harmonik und wuchtige Melodik sowie im Rückgriff auf mittellateinische bzw. mittelhochdeutsche Texte moderne musikalische Effekte zu erzeugen; und beide Kompositionen begeistern nach wie vor durch ihren tänzerischen Charakter und ihre mitreißende Rhythmik.

Eröffnet wurde das Saisonabschlusskonzert im Bukarester Athenäum mit George Gershwins „Rhapsody in Blue“. Das vollkommen in Schwarz gekleidete Orchester füllte die Athenäumsbühne gänzlich aus, deren ohnehin beschränkter Raum durch den Steinway-Flügel, an dem der Klaviersolist Daniel Goiţi seinen Platz hatte, noch weiter eingeengt wurde. Mit dem Pianisten zusammen betrat der Dirigent des Abends die Bühne, der sichtlich gealterte, aber innerlich jung gebliebene und immer zu Späßen aufgelegte Ilarion Ionescu-Galaţi, der zur Abwechslung einmal ganz in Weiß gekleidet war: vielleicht als Anspielung auf die Broadwaywelt, der die „Rhapsody in Blue“ entstammt; oder, eingedenk des tänzerischen Charakters der folgenden Kompositionen, als modisches Zitat der Kleidung von Tänzern, des weißen Anzugs eines Fred Astaire, John Travolta oder Michael Jackson; oder auch nur als Ausdruck der Nonchalance, der Leichtigkeit oder gar der Exklusivität.

Dem Dirigenten Ilarion Ionescu-Galaţi gelang es bei diesem letzten Konzert der Saison, das Orchester der Philharmonie „George Enescu“ zu neuen, ungewohnten, verblüffenden, teilweise auch humoristisch wirkenden Klangeffekten zu inspirieren und so die Spannung in diesem potpourriartigen Werk permanent aufrechtzuerhalten, nicht im Sinne einer kontinuierlich wachsenden Spannungskurve, wie sie Werken der klassischen Musik eignet, sondern eher in dem Sinne, dass das Publikum beim Zuhören ständig auf neue Klangmischungen, innovative Instrumentverwendungen oder überraschende musikalische Momente lauerte, angefangen vom berühmten Klarinettenglissando am Beginn der „Rhapsody in Blue“ bis hin zu diversen Bläserstellen und Passagen des Schlagwerks im weiteren Verlauf der Komposition. Daniel Goiţi brillierte vor allem in den Kadenzen und bedankte sich am Ende, den tänzerischen Charakter des Konzerts gleichsam weiterführend, mit zwei kurzen Zugaben für Soloklavier: einem Tanz von Béla Bartók und einer Bossa Nova von Sabin Pautza.

Nach der Pause ging es dann auf der Bühne noch beengter zu. Der Steinway war zwar Platz sparend an den Rand gerückt worden, aber es waren nun zusätzlich drei Chöre auf der verhältnismäßig kleinen Bühne unterzubringen. Der Frauen- und der Männerchor der Philharmonie „George Enescu“ (Einstudierung: Iosif Ion Prunner) standen eingezwängt unter dem vorkragenden Orgelprospekt, und der Rundfunkkinderchor (Einstudierung: Răzvan Rădos) war in der rechten Seitenloge platziert, wo ihm die besondere Aufmerksamkeit des Dirigenten zukam, der, trotz seiner körperlichen Unbeweglichkeit (er saß auf einem auf dem Dirigentenpodium stehenden Drehstuhl), mit seinem Dirigentenstab klare Anweisungen gab und das musikalische Gesamtgeschehen nicht nur vollkommen unter seiner Kontrolle hatte, sondern auch permanent durch lebhafte Impulse gezielt zu steuern wusste.

Bereits der gewaltige Anfang des auch als „szenische Kantate“ bezeichneten Oratoriums „Carmina Burana“ sorgte für Gänsehaut bei den Zuhörern, zumal der Effekt jenes Fortissimo gesungenen „O Fortuna“ weitaus stärker ist, wenn man das beliebte Stück nicht nur als Musikkonserve konsumiert, sondern seinen Schallwellen in statu nascendi leibhaftig ausgesetzt ist. Dass dieses Eingangsstück am Ende nochmals, ebenfalls im Fortissimo, wiederholt wird, rundet das überwältigende Klangerlebnis des Orffschen Oratoriums dadurch doppelt ab. Das Schicksal, verkörpert durch die Schicksalsgöttin Fortuna, umgreift also bereits formal die drei Teile dieser Monumentalkantate, die den Frühling, das Trinken und die Liebe besingt, alle drei rauschhafte Erfahrungen, die durch Orffs berauschende Musik den Zuhörern um so intensiver nahegebracht werden.

Bereits im ersten, „Primo Vere“ (Frühling) betitelten Teil des Oratoriums, der das heitere Gesicht des Frühlings, die alles erwärmende Sonne, blühende Blumen und begrünten Wald besingt, klingt das Thema der Liebe an, die von den festlich geschmückten und augenfällig geschminkten jungen Frauen innig herbeigesehnt wird. Und das Medium der Begegnung mit den jungen Männern ist, wie könnte es anders sein, der Tanz. Nicht von ungefähr tragen zwei dieser „Auf dem Anger“ spielenden Szenen die Überschriften „Tanz“ und „Reigen“. In letzterem Stück konnte man zum Beispiel wahrnehmen, wie Carl Orff auch aus dem mittelhochdeutschen Wortmaterial rhythmische Kraft gewinnt: das mittelhochdeutsche Wort „megede“ (Mägdlein) mit seinem intrinsischen dreisilbigen Stakkato wird von Orff in seinem Oratorium als musikalischer Effekt besonders prononciert verwendet.

Der zweite Teil „In taberna“ (In der Schenke) brachte nicht nur herrliche komödiantische Momente mit dem Bassbariton Valentin Vasiliu, sondern auch die wunderbare Schwan-Arie in hoher Lage, die vom Tenor Valentin Racoveanu grandios dargeboten wurde. Sie besingt das Schicksal eines Schwans, der, einstens Zierde des Sees, auf dem er dahin schwamm, nun, fein angebraten, den Gästen der Schenke zum Verzehr vorgesetzt wird.
Der fulminante Schlussteil „Cours d’amours“ (Hof der Liebesabenteuer), der neben der Liebe selbst auch die großen Liebenden Blanziflor und Helena besingt, setzte nicht nur die Sopranistin Veronica Anuşca, sondern auch den Radiokinderchor in Szene, welcher durch seine wunderbaren Decrescendi, die vom Dirigenten mit intensiven Blickkontakten begleitet wurden, das Publikum hellauf begeisterte. Dass trotz der konzertanten Aufführung auch das Dramatische dieser szenischen Kantate wirksam zum Zuge kam, dafür sorgten auf je eigene Weise die drei bemerkenswerten Gesangssolisten, deren musikdramatischer Hintergrund (alle drei sind Mitglieder der Nationaloper Bukarest) in ihrem Agieren auf der Bühne des Athenäums lebhaft spürbar wurde.
Das Saisonabschlusskonzert der Philharmonie „George Enescu“ fand schließlich sein Ende mit einem weiteren Fortissimo unter der Kuppel des Athenäums: dem Fortissimo des nicht enden wollenden Beifalls der Bukarester Konzertbesucher, die sich jetzt bereits auf die im Oktober beginnende neue Konzertsaison 2019/2020 freuen können.

ADR-Finanzierung für Herkulesbad

Rumänien aktuelle Nachrichten - Mo, 07/08/2019 - 00:52

Temeswar – Gleich sechs touristische Ziele sollen demnächst in Herkulesbad/Herculane saniert werden. Der Kurort im Cernatal soll mittels EU-Fonds modernisiert werden.
Die Regionale Entwicklungsagentur ADR Vest hat Anfang der Woche den Finanzierungvertrag durch das regionale Operationsprogramm (POR 2014-2020) unterschrieben. Das Projekt „Entwicklung der Infrastruktur für Kur- und Badetourismus im Kurort Herkulesbad - Dezvoltarea infrastructurii pentru turismul balnear din Stațiunea Băile Herculane” sieht vor, in den nächsten drei Jahren gleich mehrere Arbeiten in die Wege zu leiten. Die Domogled-Quelle, das Wege-Kreuz an der Domogled-Straße, das Haus der Zwerge – Domogled-Quelle 2, die Grünfläche vor dem Pavillon 12, die Venus-Quelle und das Sommertheater sollen hiermit saniert, modernisiert und/oder neueingerichtet werden.

Diese kulturellen und natürlichen Attraktionen von Herkulesbad verzeichnen jährlich durchschnittlich 4229 Besuche. Infolge dieser Modernisierung soll die Touristenzahl gefördert werden. Der Gesamtwert des Projekts beträgt knapp über 14.111.749 Lei, wobei rund 13.822.640 Lei den Wert der nichtrückzahlpflichtigen Mittel darstellen. Den Rest stellt die Stadtleitung.

Neue Brücke über den Zibin

Rumänien aktuelle Nachrichten - Mo, 07/08/2019 - 00:51

Hermannstadt - Infolge eines abgeschlossenen Zuschlagsverfahrens hat das Bürgermeisteramt Hermannstadt/Sibiu den Vertrag zur Ausarbeitung des technischen Projektes betreffend die Modernisierung einer Brücke über den Zibin in der Rozmarinului-Straße im Stadtteil Neppendorf/Turnișor unterzeichnet. Zurzeit verfügt die Brücke über eine einzige Fahrbahn und entspricht nicht mehr den derzeitigen technischen Vorgaben. Mit dem Projekt soll anstelle der aktuellen Brücke eine neue errichtet werden, die dem anfallenden Verkehr standhalten kann. Die Brücke hier ist der Stadtverwaltung zufolge wichtig, weil sie in Zukunft Teil der direkten Straßenverbindung zwischen dem Strand-Viertel und Neppendorf sein wird und den Verkehr am Mühlberg/Șoseaua Alba Iulia entlasten wird. Die mit den Arbeiten beauftragte Projekt-Firma S.C. Dev in All S.R.L. Jassy wird innerhalb der kommenden vier Monate das technische Projekt ausarbeiten, die nötigen Genehmigungen erwirken und technische Beratung betreffend die Projektausführung anbieten. Der Wert der Investition beträgt 119.000 Lei ohne Mehrwertsteuer. Der nächste Schritt ist die Vergabe der eigentlichen Bauarbeiten.

Freiräume ausgraben

Rumänien aktuelle Nachrichten - Mo, 07/08/2019 - 00:50

Eine oder mehrere Runden mit dem Auto um den Kronstädter Zentralpark drehen, um vielleicht einen freien Parkplatz am Straßenrand zu ergattern. Das soll immer wieder geschehen, wobei der Verkehr und die Luft zu leiden haben. Soll das auch als Erklärung herhalten, um eine Tiefgarage unter dem Park zu bauen, wie es das Kronstädter Bürgermeisteramt vorhat? Denn zusätzliche Parkplätze sollen die Luftqualität im Kronstädter Stadtzentrum verbessern, heißt es. Dass mehr Parkplätze auch mehr Autos mit sich bringen, das will man einfach nicht wahr haben.
Freiräume müssen in der Inneren Stadt geschaffen werden. Gebäude abreißen geht nicht mehr; Grünflächen sind sowieso zu stark geschrumpft. Also müssen diese Freiräume unter der Erdoberfläche entstehen. Nach dieser Logik dienen gleich mehrere Standorte als Varianten für Tiefgaragen: von einem Teil des Titulescu-Zentralparks bis zum alten Marktplatz. Tunnels oder unterirdische Passagen sollen gegraben werden und als Straßenabschnitte genutzt werden. Neue Vorschläge: unterhalb des Rudolfrings vom ehemaligen Offizierskasino bis zum Dramentheater oder, in umgekehrter Fahrtrichtung, unterhalb der Iuliu-Maniu-Straße von der Rückfront der Hauptpost bis zur Postwiese. Ältere Vorschläge: unterirdische Graft-Passage hinter der Stadtmauer zwischen Postwiese und Geburtenklinik. Hinzu kommen die bekannten Pläne eines Zinnentunnels, der das Burggrundviertel direkter mit dem Stadtzentrum verbinden soll.
Es könnte also in den nächsten Jahren viel und tief in und um die Innere Stadt gegraben werden. Das Bürgermeisteramt würde mit der Tiefgarage unter dem Zentralpark beginnen. Manche sehen das aber als eine Wunde im Stadtkörper an. Gefordert werden eine Vision zu Kronstadts Zukunft in den nächsten Jahrzehnten, umweltbewusste Alternativen, Expertenmeinungen, Bürgerbefragung. Eine erste Bürgerrunde mit dem Titel „Park oder Parkplatz“ fand vorige Woche statt und bewies, dass die Zeiten eigentlich vorbei sind, als wichtige Entscheidungen für die Stadt von einigen wenigen getroffen und von allen anderen zur Kenntnis genommen und umgesetzt werden mussten. (Mehr dazu in der nächsten KR).

Im Zeichen der Vielfalt

Rumänien aktuelle Nachrichten - So, 07/07/2019 - 02:00
Der deutsche Name von Săcele lautet weiterhin Siebendörfer. Ungarisch wird dieselbe Ortschaft heute Négyfalu bezeichnet, was Vierdörfer heißt. Săcele kommt, laut Etymologen, von „săticele“, also kleine Dörfer. Seit 2000 ist diese Ortschaft, deren Zentrum nur 15 Kilometer von Kronstadts Stadtzentrum trennen, zum Munizipium ernannt worden. Mit seinen 320 Quadratkilometern gilt Săcele flächenmäßig als drittgrößte Stadt Rumäniens.

Das Verwirrspiel mit Namen und Zahlen kann weitergeführt werden: Ein „Săcele“ gibt es auch im Kreis Constanţa, rund 300 Kilometer entfernt. Das Dorf in der Dobrudscha heißt nicht zufällig so, denn die rumänischen Schafzüchter aus dem siebenbürgischen Săcele, die „Mocani“, haben auf diese Art die Erinnerung an ihre alte Heimat aufrecht halten wollen. In Săcele/Siebendörfer gibt es eine starke ungarische Minderheit, die Tschangos/Csángó/Ceangăi, die aber nicht mit jener gleichnamigen ungarischsprachigen Bevölkerungsgruppe aus der Moldau verwechselt werden soll. Und dann gibt es noch Roma, deren Zahl umstritten ist, weil die absolute Mehrheit von ihnen sich als Rumänen betrachtet. Einige dieser Besonderheiten von Săcele sollen hier kurz erläutert werden – aus der Sicht des Touristen, der eine Ortschaft entdeckt, die im Zeichen der Vielfalt und der Kontraste steht.

Hohenstein und Ciucaş sind im Stadtgebiet

Laut Angaben der letzten Volkszählung (2011) werden unter den rund 31.000 Einwohnern auch 75 Deutsche angeführt. Früher waren es doppelt bis dreimal so viele; die höchste Zahl erreichte die deutsche Bevölkerung mit 268 Einwohnern im Jahr 1956. Trotzdem haben alle Ortschaften, die bis 1950 „Siebendörfer“ bildeten, neben den rumänischen und ungarischen auch folgende deutsche Ortsbezeichnungen: Batschendorf/Baciu/Bácsfalu, Türkeschdorf /Turcheş/Türkös, Zernendorf /Cernatu/Csernátfalu, Langendorf/Satulung/Hosszúfalu, Tatrang /Tărlungeni/Tatrang, Pürkeretz /Purcăreni/Pürkerec und Zuisendorf/Zizin/Zajzon. Die letzten drei Dörfer bilden heute die Gemeinde Tatrang, so dass für Săcele das ungarische Négyfalu („Vierdörfer“) eher der Realität entspricht. Allerdings sind die ehemaligen vier Dörfer heute als Stadtteile des Munizipiums zu betrachten. Entlang der Hauptstraße gibt es viersprachige Schilder -zu Rumänisch, Ungarisch und Deutsch kommt noch Latein hinzu, die Sprache, unter denen die Dörfer in alten Urkunden benannt wurden -, die den Besucher informieren, dass er ein neues „Dorf“ betritt. Denn inzwischen sind diese Ortsteile zusammengewachsen. Hinzuzählen muss man heute noch den Ortsteil Gartschin/Gârcin bei der Ausfahrt nach Vălenii de Munte – eine der größten Roma-Siedlungen des Landes, Teil des Munizipiums Săcele. Für den Tourismus ist das ein Problem, denn das Roma-Viertel gilt als sozialer Brennpunkt und nicht als Sehenswürdigkeit (obwohl diese Möglichkeit in Betracht gezogen werden könnte).

In Săcele haben viele Häuser noch Hof und Garten, manche sogar Stall und Scheune. Aber es gibt auch Wohnblocks, die an die Jahrzehnte erinnern, als die Stadt dank dem Electroprecizia-Werk landesweit bekannt war als einer der Hauptlieferanten für elektronisches Zubehör der Dacia-Wägen. Ein ganz neues Wohnviertel heißt Bunloc und besteht aus Appartements, finanziert über die Landesagentur für Wohnungen (ANL). Viele Bewohner sind Kronstädter, die nur die Eisenbahnüberführung bei Dârste passieren müssen, um in Kronstadt zu sein. Lange Zeit führte die DN 1A (Kronstadt – Cheia – Vălenii de Munte – Ploieşti) mitten durch Săcele. Heute gibt es eine Umgehungsstraße, die den Verkehr entlastet und die Luftqualität verbessert. Die einzige Buslinie verbindet nicht nur die vier Ortsteile miteinander, sondern bringt täglich Pendler und Schüler nach Kronstadt. Eine Besonderheit dabei: der Preis der Fahrkarte ist geringer als jener für eine Fahrt innerhalb Kronstadts.

Die große Fläche der Stadt erklärt sich durch die Tatsache, dass zum Stadtgebiet der größte Teil des Hohensteins/Piatra Mare gehört und dass die Stadtfläche auch einen Teil des Ciuca{ einschließt. Sehenswürdigkeiten wie die Sieben-Leitern-Schlucht oder der Tamina-Wasserfall sind verwaltungsmäßig im Besitz der Stadt. Der Tourismus hat also gute Voraussetzungen. Bei den Sieben Leitern gibt es heute eine der größten Seilrutsch-Anlagen des Landes; Bolnok/Bunloc ist bekannt für die guten Windverhältnisse für Gleitschirmflieger. Die Seilbahn bringt sie schnell wieder hinauf auf den Berg für einen weiteren Abflug; im Winter kann man dort auch Ski fahren. Am anderen Ende der Stadt ist das Gartschintal ein beliebtes Ausflugsziel. Vor allem im Sommer kommen viele Familien hin, um auf den grünen Wiesen nahe am Bach einige Stunden im Freien zu verbringen. Auffallend sind die vielen Kirchen in der Stadt: ein Zeichen für die ethnische und konfessionelle Vielfalt ihrer Bewohner. Angeführt werden fünfzehn Kirchen: sieben orthodoxe, fünf evangelisch-lutherische, zwei reformierte und eine katholische. Hinzu kommen noch Bethäuser verschiedener neoprotestantischer Kulte, vor allem der Pfingstler.

Mocani und Tschangos

Ein Besuch im ethnographischen Museum der Stadt (Braşovului-Straße 153; Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag von 10 bis 16 Uhr) liefert einen sehr guten Einblick in die Lebensweise der beiden Bevölkerungsgruppen, die S²cele früher wesentlich geprägt haben. Es handelt sich um die rumänischen Mocani und die ungarischen Tschangos.
Die Mocani züchteten Schafe und zogen mit ihren großen Herden im Winter bis in die Dobrudscha und zur Donau, sogar bis nach Bessarabien. Sie waren Meister im Verarbeiten von Milch und Wolle. Kronstadt bildete dabei einen nahen und großen Absatzmarkt. Andererseits hinterließen die Tracht der Rumänen aus der Kronstädter Oberen Vorstadt/Schei sowie Elemente der städtischen Kleidung ihre Spuren in der Tracht der Mocani und trugen so zu ihrem Identitätsbewusstsein bei. Eine ähnliche Entwicklung ist auch bei den Tschangos festzustellen. Dort sind jedoch die sächsischen Einflüsse ausgeprägter. Tschangos und Mocani waren auch in ganz Siebenbürgen bekannte Fuhrleute. Ihre großen Pferdewägen gelangten sogar in die Moldau und in die Walachei, aber auch nach Budapest und Wien. Im Volkskundemuseum, das 1970 in einem alten Haus (vormals die Zinsabgabestelle der Ortschaft) als Abteilung des Kronstädter Volkskundemuseums eingerichtet wurde, ist eine Senne nachgestellt. Die Trachten beider Volksgruppen kommen ebenfalls gut zur Geltung. Werkzeuge samt einer alten Drehbank aus Holz sprechen vom handwerklichen Können. Ein besonderes Exponat ist die Tuchpresse, die bis vor wenigen Jahrzehnten von der Tuchmacherfamilie Be{chea verwendet wurde. Das Wolltuch wird dabei „gebügelt“, das heißt, zwischen Kartons und vorgewärmte Gusseisenplatten gelegt und gepresst. Im Hof des Museums ist auch eine der mit Wasserkraft betriebenen Walkmühlen zu sehen, so wie sie früher nicht nur in Dârste am Tömösch, sondern auch entlang des Tatrangs in Betrieb waren.

Über die Herkunft der Tschangos, die außer in Siebendörfer noch in den Burzenländer Gemeinden Geist/Apaţa, Krebsbach/Crizbav und Satu Nou/Neudorf leben, gibt es keine urkundlich belegte Gewissheit. Museumsmitarbeiter Csaba Both meint, dass sie sich irgendwann aus dem Szeklerland auch in S²cele (erste urkundliche Erwähnung 1366) angesiedelt haben. Sie waren fleißige Bauern und tüchtige Handwerker. Auch heute noch wird in der Gemeinde Tatrang der alte Borica-Tanz aufgeführt. Kleine Glöckchen an den Stiefeln, ein maskierter Stummer, „Kuka“ genannt, der Hauptmann mit dem Stab, der diesen Männertanz leitet, sind einige Details dieses Brauchs, der in Videoaufzeichnungen im Museum gesehen werden kann. In der „guten Stube“ eines Tschango-Haushaltes, die nur bei besonderen Anlässen genutzt wurde, fällt die bunte Bemalung der Truhen und der Holztäfelung auf, wie auch die in Handarbeit hergestellten und verzierten, auf einem Bett aufgeschichteten Polster. Teller und Kannen in Kobaltblau sind an den Wänden unter der Decke angebracht.
Săcele ist ethnographisch ein gut abgegrenztes Gebiet. In den sieben Dörfern von einst merkt man das heute nur noch im Museum – wo die letzten Spuren der Zeiten von Mocani und Tschangos tonangebend sind.

WORT ZUM SONNTAG: Der Christ, berufen zur Zukunftsgestaltung

Rumänien aktuelle Nachrichten - So, 07/07/2019 - 02:00
Papst Innozenz III. (1198 - 1216) war zu seiner Zeit wohl der politisch mächtigste Mann Europas. Seinen Entscheidungen fügten sich Könige und Fürsten. Aber zu dieser mächtigen Institution drängten sich viele ehrgeizige Männer – nicht, um dem kreuztragenden Christus nachzufolgen, sondern um die Vorteile zu genießen, die aus der weltlichen Herrschaft der Kirche zu erlangen waren. So war mit dem politisch-herrschaftlichen Aufstieg der Kirche zugleich der sittliche Abstieg vorprogrammiert. Die Verweltlichung, dieses geistige Gift, war tief in die Kirche eingedrungen. Da hatte der Papst einen nächtlichen Traum. Er sah bei einem Erdbeben die Laterankirche wanken. Sie drohte einzustürzen. Da kam ein einfacher Mönch mit seinen Gefährten. Ihm gelang das schier Unmögliche, den Einsturz der Basilika zu verhindern. Am nächsten Tag, als der Papst noch von seinem Traum benommen war, erschien in der Audienz der hl. Franz von Assisi und bat den Papst, das Leben seiner Ordensgemeinschaft in evangelischer Armut gutzuheißen. Der Papst erkannte in Franz den Mann, der in seinem Traum die Laterankirche vor dem Einsturz bewahrt hatte. Erleichtert approbierte er den Orden der Franziskaner.

Ein neuer Geist, angeregt nicht von den Mächtigen, sondern von den Ohnmächtigen, zog in die Kirche ein. Im Leben der Minderbrüder erkannten die Menschen die wahre Sendung der Kirche. Jesus kam ja nicht in die Welt, um die materiellen Verhältnisse der Menschen zu verbessern, sondern um die Menschen zu bessern. Nur der gute Mensch kann gute Lebensverhältnisse schaffen.

Im Johannesevangelium heißt es von Christus: „In Ihm ist alles geworden!“ Er, der Schöpfer aller Reichtümer, wurde von einflusslosen Eltern nicht in einem Palast, sondern in einem Schafstall geboren. Er führte das Leben eines armen Predigers und konnte von sich sagen: „Die Füchse haben ihre Höhlen und die Vögel ihre Nester, nur der Menschensohn hat nichts, worauf er sein Haupt legen kann!“

Er wollte uns mit seiner selbsterwählten Lebensweise zeigen, dass es im Leben nicht auf das „Guthaben“, sondern auf das „Gutsein“ ankommt. Das ist leichter in der Armut als im Reichtum zu verwirklichen. Darin bestärkte er auch seine Apostel. Er sandte sie zur Belehrung des Volkes mit der Weisung aus: „Nehmt keinen Geldbeutel mit, keine Vorratstaschen, keine Schuhe. Kündet den Menschen: ´Das Reich Gottes ist nahe!´“ Bescheidenheit und Genügsamkeit sollen ihre markanten Kennzeichen sein. Macht und Reichtum sind keine Hilfen dazu, sie sind eher Hindernisse. Das hat auch der Völkerapostel Paulus erkannt und im Korintherbrief dargelegt: „Seht auf eure Berufung. Da sind nicht viele Weise im irdischen Sinn, nicht viele Mächtige, nicht viele Vornehme!“

Als der hl. Franz und seine Gefährten das Evangelium Christi radikal umsetzten, wurden sie von den Lebemenschen als Narren und Toren verhöhnt. Das erlebte auch der Apostel Paulus und schrieb: „Das Törichte in der Welt hat Gott erwählt, um die Weisheit zuschanden zu machen und das Schwache in der Welt hat Gott erwählt, um das Starke zuschanden zu machen. Und das Niedrige in der Welt und das Verachtete hat Gott erwählt: das, was nichts ist, um das, was etwas ist, zu vernichten!“

Wollen wir als Christen unsere Zukunft recht gestalten, dürfen wir uns nicht die politisch und wirtschaftlich Erfolgreichen zu Vorbildern nehmen, sondern Jesus. Ein Künstler stellte dies in einem Bild plastisch dar: Christus, mit der Linken das Kreuz umfassend, mit der Rechten auf die Krippe weisend, sagt zu einem König, einem Dichter und Ritter: „Lernet von Mir…“ und zu einem Bettler, einer Frau mit Kind und zu einem Flüchtling: „Kommet alle zu Mir!“ Das Bild will sagen: Die Mächtigen sollen von Ihm lernen, die Ohnmächtigen Ihm vertrauen. Dann wird alles gut.

Wie wird sich unsere Zukunft gestalten? Schließen wir Christus aus, dann wird die Zukunft ein ewiger Konkurrenzkampf um Macht und Güterbesitz bleiben. Die beiden Weltkriege und die heutige unsichere Weltlage liefern uns dazu genügend Anschauungsunterricht. Folgen wir Christus nach, erwächst uns die geistige Kraft, unsere Welt friedlich zu gestalten. Dann erfüllt sich die Idylle, wie sie der Prophet Micha sah: „Jeder sitzt unter seinem Weinstock und unter seinem Feigenbaum. Niemand schreckt ihn auf!“ Das erwarten wir doch alle von der Zukunft.

Vortrag zum Brot in der Johanniskirche

Rumänien aktuelle Nachrichten - So, 07/07/2019 - 00:54

Hermannstadt – „Brot. Siebenbürgische Perspektiven, evangelische Inspirationen“ lautet der Titel des Vortrages, den Dr. Gerhild Rudolf am Montag, dem 8. Juli, in der Hermannstädter Johanniskirche halten wird. Die Leiterin des Begegnungs- und Kulturzentrums „Friedrich Teutsch“ stellt dabei Erfahrungen aus der kirchlichen Erwachsenenbildung rund um das Thema Brot vor. Der deutschsprachige Vortrag ist eine Begleitveranstaltung zur Ausstellung „Kann Spuren von Heimat enthalten. Eine Ausstellung über Essen und Trinken, Identität und Integration der Deutschen des östlichen Europas“ des Hauses des Deutschen Ostens in München in Zusammenarbeit mit dem Teutsch-Haus und dem Büchercafé Erasmus. Die zweisprachig gestaltete Ausstellung ist noch bis zum 20. Juli, von Montag bis Sonnabend zwischen 10 und 17 Uhr, im Terrassensaal zu sehen. Der Vortrag in der Johanniskirche beginnt am Montag um 18 Uhr.

XI. Auflage der Tage der Handelsdiplomatie

Rumänien aktuelle Nachrichten - So, 07/07/2019 - 00:47

Kronstadt – Im Hotel „Alpin“ in der Schulerau/Poiana Brașov wurde am Freitag die 11. Auflage der „Tage der Handelsdiplomatie“ eröffnet. Anlass dazu bot ein Treffen der Vertreter und Berater des Ministeriums für Handel und Geschäftsangelegenheiten mit Unternehmern aus dem Kreis Kronstadt/Brașov sowie mit Vertretern der zentralen und lokalen öffentlichen Behörden. An der Eröffnungsfeier beteiligten sich Handelsminister Ștefan-Radu Oprea, der Kronstädter Kreispräfekt Marian Rasaliu und der Präsident der Kronstädter Industrie- und Handelskammer, Silviu Costea. Besprochen wurden die Möglichkeiten, die sich für Unternehmen im Rahmen der EU-Handelsabkommen mit Drittstaaten für den internationalen Ausbau ihrer Geschäfte ergeben. Weitere Themen waren das Heranziehen von Fremdinvestitionen und ein Erfahrungsaustausch über Förderung und Vermarktung rumänischer Erzeugnisse und Dienstleistungen im Ausland.

Sommerakademie für Schüler in Birthälm

Rumänien aktuelle Nachrichten - So, 07/07/2019 - 00:41

Hermannstadt – „Die Schüler hatten zum Teil keine Vorstellung, was auf sie zukommt. Doch am Ende waren alle sehr zufrieden und haben sich auch gleich für andere Veranstaltungen des Jugendvereins eingeschrieben.“ Mit diesen Worten resümierte Andrea Rost die Siebenbürgische Sommerakademie vom 9. bis 13. Juni. Über 20 Hermannstädter Jugendliche widmeten sich in der letzten Woche vor den Schulferien in Birthälm/Biertan der Geschichte und Kultur Siebenbürgens.
Die Siebenbürgische Sommerakademie wurde im vergangenen Jahr vom Deutschen Jugendverein Siebenbürgen (DJVS) und dem Arbeitskreis für Siebenbürgische Landeskunde, in Anknüpfung an die Tradition des Kreises von Studium Transylvanicum, ins Leben gerufen und richtete sich an Studenten und junge Erwachsene. Doch da die Teilnehmer vornehmlich Jugendliche waren, wurde das Programm in diesem Jahr speziell auf sie zugeschnitten, erklärte Andrea Rost. „Dr. Julia Derzsi hat den Schülern zum Beispiel gezeigt, wie früher Buchstaben geschrieben wurden und gemeinsam mit ihnen alte Texte gelesen.“
Neben einem Vortrag zur Freizeitgestaltung im frühen 20. Jahrhundert von Dr. Dana Stanciu haben die Jugendlichen von Dr. Corneliu Pintilescu einen Einblick in das Führen von Zeitzeugeninterviews bekommen und konnten die erlernten Techniken auch sofort in Birthälm ausprobieren. Darüber hinaus gab Dr. Emese Veres eine Einführung in die Volkskunde der ungarischen Tschango-Gemeinden des Burzenlandes und mit Pfarrer Ulf Ziegler haben die Schüler Pflegearbeiten an der Kirchenburg vorgenommen. Ein Ausflug nach Malmkrog/Mălâncrav sollte wiederum veranschaulichen, dass ein großer Teil der Sachsen nicht auf dem Königsboden gelebt hat.
Finanziert wurde die Sommerakademie in diesem Jahr vom Departement für Interethnische Beziehungen der Rumänischen Regierung, dem Institut für deutsche Kultur und Geschichte Südosteuropas (IGKS), dem Freistaat Sachsen sowie dem Deutschen Forum. Eine weitere Sommerakademie findet vom 20. bis 26. September 2019 im nordsiebenbürgischen Kallesdorf/Arcalia statt. Diese richtet sich, unter dem Titel „Siebenbürgisches Kulturerbe: Schnee von gestern oder Brücke in die Zukunft?“, wieder an Studenten und junge Erwachsene aus Deutschland/Österreich und Rumänien. Eine Anmeldung ist bis zum 31. August bei Andrea Rost (andrea.rost@gmx.net) möglich.

42. Auflage des Internationalen Kammermusikfestivals in Kronstadt

Rumänien aktuelle Nachrichten - So, 07/07/2019 - 00:39

Kronstadt – Vom 8. bis zum 12. Juli 2019 findet die 42. Auflage des Internationalen Kammermusikfestivals in der Stadt unter der Zinne statt. Gegründet 1970 von Ilarion Ionescu Galați, der zum Ehrendirigenten ernannt worden ist, hat diese musikalische Veranstaltungsreihe, die zeitweilig auch unterbrochen worden ist, internationales und einheimisches Prestige erworben. Namhafte Kammermusikformationen, Dirigenten, Solisten haben bisher daran teilgenommen. Am Eröffnungsabend, Montag, dem 8. Juli, wird die „Rhapsodie“ von George Enescu in der Interpretierung des Quartetts „Enescu“ aus Paris, geleitet von Vladimir Mendelssohn (Viola) aus den Niederlanden zu hören sein. Auch Werke von Dvorak und Schubert kommen an diesem Abend zu Gehör. An den Konzertabenden werden Interpreten aus sieben Ländern vor die Kronstädter Musikfreunde treten. Zu diesen gehören u.a. Constantin Bogdănaș (Geige), Florin Szigeti (Geige), Dorel Fodoreanu (Violoncello) aus Frankreich, Attila Pasztor (Violoncello) aus Österreich, Marcello Mazzoni (Klavier), Lapo Vannucci (Gitarre), Luca Torrigiani (Klavier) aus Italien, Răzvan Dragnea (Klavier), Andrei Licareț (Klavier), Anton Niculescu (Violoncello), Alexandru Tomescu (Geige), Săndel Smărăndescu (Kontrabass) aus Rumänien, Takashi Shimizu (Geige) aus Japan, Elisa Fluder (Viola) aus Polen. Zu den namhaften Dirigenten, die auftreten werden, zählen: Cristian Mandeal, Horia Andreescu, Daisuke Soga. Alle Konzerte beginnen 19 Uhr und finden im Patria-Saal statt. Die Eintrittspreise betragen 20 Lei. Finanziert wird das Festival vom Kronstädter Bürgermeisteramt mit 100.000 Lei.

US-Botschafter: Rumänien ist „Vorzeige-Verbündeter“

Rumänien aktuelle Nachrichten - Sa, 07/06/2019 - 04:05
Bukarest (ADZ) - Den amerikanischen Nationalfeiertag zum Anlass nehmend, erklärte Staatschef Klaus Johannis Donnerstag auf einem Empfang in der US-Botschaft, die Unterstützung der USA vor 30 Jahren sei für Rumänien ausschlaggebend gewesen, um sich vom kommunistisch-totalitären System zu befreien. Die „angebotene Hilfe bei der Reintegration Rumäniens in die transatlantische Gemeinschaft war entscheidend“, so der Präsident weiter.

Der rumänische Staatschef Klaus Johannis hat die Ergebnisse der Wahlen zum Europaparlament und des von ihm initiierten Referendums nochmals positiv bewertet. Die Rumänen hätten sich eindeutig für Europa entschieden, sich für den Rechtsstaat ausgesprochen und dem „Populismus, dem antieuropäischen und dem gesetzeswidrigen Diskurs eine unmissverständliche Abfuhr erteilt“.

Der Botschafter der USA in Bukarest, Hans Klemm, wiederum erklärte, dass das demokratische Engagement der Rumänen und ihre Haltung gegenüber dem Rechtsstaat sowie der Kampf gegen Korruption, welche „derart klar im Mai demonstriert“ worden seien, den Amerikanern als Inspiration diene. Rumänien sei ein „Vorzeige-Verbündeter in der NATO“.

Die PSD und ALDE wollen Kinder zu „Unterhaltsrenten“ für Eltern zwingen

Rumänien aktuelle Nachrichten - Sa, 07/06/2019 - 03:08
Bukarest (ADZ) - Ein von 73 PSD- und ALDE-Parlamentariern, darunter Arbeitsminister Marius Budăi und Wirtschaftsminister Niculae Bădălău (beide PSD), unterzeichneter Gesetzesentwurf hat am Donnerstag für Aufruhr gesorgt: Das „Dankbarkeit unter Generationen“ betitelte Projekt will nämlich „erwachsene, arbeitsfähige Kinder“ zu monatlichen „Unterhaltszahlungen“ für ihre „arbeitsunfähigen, verarmten Eltern, Großeltern und Urgroßeltern“ zwingen.

Laut Urheber des Gesetzesprojekts, der PSD-Abgeordnete Dumitru Gherman, ist die Initiative wegen der „zunehmenden Arbeitsmigration und damit auch der Fälle vernachlässigter Senioren“ nötig geworden.

Das recht konfuse Gesetzesprojekt sieht vor, dass sich Kinder und Eltern, einschließlich Adoptiveltern, einvernehmlich auf die Höhe einer monatlichen „Unterhaltsrente“ einigen, die maximal 20 Prozent des Einkommens des erwachsenen Kindes, Enkels oder Urenkels betragen soll. Kommt die Einigung nicht zustande, haben die Senioren ihre Finanzspritzen vor Gericht zu erkämpfen, wobei den Kindern/Enkeln/Urenkeln wegen Vernachlässigung bis zu drei Jahre Knast drohen. Völlig unklar bleibt, ob Familien mit mehreren Kindern von jedem einzelnen Unterhaltszahlungen zu erwarten haben oder nicht.

In den sozialen Netzwerken machte sich prompt die Sorge vor einem bevorstehenden Kollaps des Rentensystems breit. Auch der Berater des Notenbankchefs, Lucian Croitoru, äußerte dazu, dass der „Staat offenbar der Meinung ist, keine Renten mehr zahlen zu können oder nicht länger dazu verpflichtet ist“. Die oppositionelle PNL forderte die sofortige Rücknahme des Gesetzentwurfs – nur „geisteskranke Köpfe“ seien imstande, sich Gesetze auszudenken, in denen „Eltern die eigenen Kinder hinter Gitter bringen“.

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